Fragen & Antworten zu beeidigten Übersetzungen

FAQ

Häufig gestellte Fragen zu beeidigten Übersetzungen

Ja, seit der Eintragung ins Verzeichnis beeidigter Dolmetscher und -übersetzer bin ich neben kommerziellen Übersetzungen gemäß Gewerbegesetz auch zur Ausführung von amtlichen Übersetzungen (Gerichtsübersetzungen) gemäß Gesetz Nr. 354/2019 GesSlg. berechtigt. Ich bin eine vom tschechischen Staat autorisierte Person für Übersetzungen aus der deutschen/tschechischen/in die deutsche/tschechische Sprache sowie für Bestätigung, dass die Vorlage mit der Übersetzung inhaltlich übereinstimmt.

Der Bestätigungsvermerk (nach Verordnung Nr. 506/2020 GesSlg.) befindet sich am Ende der beeidigten Übersetzung. Er ist mit dem Übersetzersiegel (Stempel) und/oder der (elektronischen) Unterschrift bestätigt und ist eine einer amtlichen Beglaubigung gleichgestellte schriftliche Erklärung des Übersetzers, dass der übersetzte Text inhaltlich mit dem Text in der verbundenen Vorlage (Originalurkunde oder ihre Kopie) übereinstimmt.

Der Übersetzer überprüft nicht die Echtheit der zu übersetzenden Urkunde. Er ist auch nicht für ihre inhaltliche Richtigkeit verantwortlich. Er prüft lediglich die inhaltliche Übereinstimmung der von ihm erstellten Übersetzung mit dem verbundenen Ausgangstext.

Nein. Sie können genauso eine beglaubigte Kopie oder einfache Kopie zur Übersetzung vorlegen.

Es ist zwischen der beglaubigten (bestätigten) Übersetzung, die ich Ihnen anbieten kann, und der Beglaubigung der Abschrift (Kopie) – Vidimation – zu unterscheiden, die in der Tschechischen Republik Notare, Regionen- oder Gemeindeämter sowie CzechPoints, z. B. in den Filialen der Tschechischen Post, bzw. im Ausland ähnliche Stellen anbieten. Aus einer dort beglaubigten Abschrift, also einschließlich des Beglaubigungsstempels, kann ich im Anschluss eine beglaubigte Übersetzung anfertigen.

Hinsichtlich der Ausführung der Übersetzung an sich keinen, beide Typen bearbeite ich »mit fachkundiger Sorgfalt, unabhängig, unparteiisch«. Das Gesetz legt aber zusätzliche Anforderungen an die Ausführung der beeidigten elektronischen sowie Urkundenübersetzung: Einbindung oder Verbindung mit dem Original oder der Abschrift der Urkunde, Versehen mit dem Bestätigungsvermerk, in dem ich erkläre, dass die Übersetzung inhaltlich mit der Vorlage übereinstimmt, Übersetzersiegel (Stempelabdruck) und Unterschrift. Bei der elektronischen Form ist die Übersetzung mit der elektronischen Unterschrift des Gerichtsübersetzers und einem elektronischen Zeitstempel versehen. Des Weiteren bin ich verpflichtet, jede angefertigte Urkundenübersetzung online zu erfassen.

In der Regel müssen nur Übersetzungen jener Dokumente, die Sie für amtliche Handlungen benötigen, im Verkehr mit Behörden, Versicherungen, Banken, Bildungsanstalten und dgl., mit dem Bestätigungsvermerk des Gerichtsübersetzers versehen sein. Beispiele: Zeugnis, Geburtsurkunde,  Registerauszug, Arztbrief. Wenn diese Dokumente keinen amtlichen Stellen vorgelegt werden, ist eine beeidigte Übersetzung in der Regel nicht erforderlich.

Das Gesetz ermöglicht sowohl die klassische Urkundenform der beeidigten Übersetzung, als auch die elektronische Form. Die Übersetzung ist dann mit der Vorlage in einer Datei zusammengebunden, mit dem Bestätigungsvermerk, der elektronischen Unterschrift des Gerichtsübersetzers und dem Zeitstempel versehen.

Im Internet im Verzeichnis Sachverständiger, Dolmetscher und Übersetzer auf der Website des Justizministeriums der Tschechischen Republik in der Agenda Tlumočníci a překladatelé (= Dolmetscher und Übersetzer): Im Formular anklicken: Typ záznamu (= Eintragungstyp) Soudní překladatel (Gerichtsübersetzer),
unter Jazyk (= Sprache) NĚMECKÝ (= Deutsch) und unter Soudní kraj (= Gerichtsbezirk)  Severomoravský auswählen  und Vyhledat (= Suchen) anklicken. Oder direkt in Fulltextové vyhledávání (= Volltextsuche) meinen Nachnamen Sochorek eingeben und Vyhledat anklicken.

Screenshot Suchmaske Dolmetscher- und Übersetzerliste

Das Gesetzt legt die Verschwiegenheitspflicht fest (§ 20). Ich bin verpflichtet, »Verschwiegenheit über alle Tatsachen, über die ich im Zusammenhang mit der Leistung meiner (...) Tätigkeit erfahren habe, zu wahren, und zwar auch nach ihrem Abschluss.« Sollte ich diese Informationen weitergeben, würde es sich um eine Ordnungswidrigkeit handeln, die mit einer Geldbuße von bis zu 300 000 CZK (ca. 12 000 EUR) geahndet wird. Ein eventueller Schadenersatz ist davon selbstverständlich unberührt.

Die beeidigte Übersetzung wird nach der Anzahl angefangener sog. Normseiten des Zieltextes mit 1800 Textzeichen einschl. Leerzeichen (§ 3 Abs. 2 Verordnung Nr. 507/2020 GesSlg.) abgerechnet. Berücksichtigt wird die Aufwändigkeit und das Maß an Fachkenntnissen bei ihrer Ausführung.

Als Gerichtsübersetzer bin ich lediglich für die deutsche und tschechische Sprache eingetragen. Das Gesetz lässt nicht zu, dass ich eine beeidigte Übersetzung in einer anderen Sprache anfertige: »[Der Gerichtsübersetzer] ist verpflichtet, die [Übersetzer-]Tätigkeit nur in jener Sprache zu leisten, für die er über die Berechtigung zur Ausführung der [Übersetzer-]Tätigkeit  verfügt (…).« (§ 4 Abs. 1). Sonst würde ich eine Ordnungswidrigkeit begehen, die mit einer Geldbuße von bis zu 300 000 CZK (ca. 12 000 EUR) geahndet wird. Sie können mich aber selbstverständlich mit einer nichtamtlichen Übersetzung aus dem Niederländischen oder Slowakischen beauftragen (ohne runden Stempel).

Ich bin im Verzeichnis beeidigter Dolmetscher und Übersetzer als Gerichtsübersetzer eingetragen. Das Gesetz lässt nicht zu, auch Rechtshandlungen eines Gerichtsdolmetschers zu vollziehen. Es würde sich um eine Ordnungswidrigkeit handeln, die mit einer Geldbuße von bis zu 300 000 CZK (12 000 EUR) geahndet wird. Sie dürfen mich aber selbstverständlich für nichtamtliches Dolmetschen engagieren.

Das Gesetz schließt diese Möglichkeit aus. Der beeidigte Übersetzer als staatlich autorisierte Person, die vorgeschriebene Qualifikationskriterien erfüllt und entsprechende Prüfungen abgelegt hat, muss seine Tätigkeit selbstständig vollbringen: »[Der Gerichtsübersetzer] leistet die [Übersetzer-]Tätigkeit selbstständig.« (§ 4 Abs. 2). Sonst würde er eine Ordnungswidrigkeit begehen, die mit einer Geldbuße von bis zu 300 000 CZK (ca. 12 000 EUR) geahndet wird.

Da ich ein Urkundenübersetzer bin, der im Verzeichnis beeidigter Dolmetscher und -übersetzer in Tschechien geführt wird, hauptsächlich für den Bedarf der hiesigen Staatsorgane, stellt sich die Frage, ob ausländische Behörden meine Gerichtsübersetzung anerkennen werden. Erkundigen Sie sich bitte vorab, bevor Sie bei mir die Übersetzung bestellen. Es kann sein, dass Sie sich an einen Urkundenübersetzer im Ausland wenden müssen.

Ja. Abgesehen davon, dass wir uns die Unterlagen wahrscheinlich nicht persönlich übergeben, sondern per Post zusenden werden, ist Ihr Wohnort kein Ausschlusskriterium.